Wo ist fruchtbarer Boden für “multisided platforms”?

von unserem Gastblogger Peter Veil

Ich habe mir in den letzten Tagen einmal wieder Gedanken zu Plattformen gemacht. Das Thema ist ja in aller Munde, aber irgendwie fehlt noch eine gute STRUKTUR mit dem man erkennen kann, in welchen Industrien und Wertschöpfungsstufen eine solche Disruption besonders wahrscheinlich ist. Ob das eine Chance oder ein Risiko ist hängt dann von der Betrachtungsweise ab 😉

Meine ersten Versuche einer etwas analytisch/wissenschaftlicheren Analyse habe ich vor kurzem auf LinkedIn veröffentlicht.

Hier einer kleine Zusammenfassung:

Schon 1937 hat sich Coase mit der Frage befasst, unter welchen Bedingungen eine Transaktion (z.B. ein Kaufvorgang) besser im Rahmen einer Organisation/Unternehmung  oder durch den Markt abgewickelt werden kann.

Aus systemtheoretischer Perspektive haben Unternehmen den Zweck, äußere Komplexität durch ihre innere Struktur zu reduzieren. Eine Organisationsstruktur macht also dann viel Sinn, wenn sie Koordination in einer Welt der beschränkten Information vereinfacht und damit die Transaktionskosten minimiert.

Damit sind wir schon mitten drin – Digitalisierung verändert massiv die Situation ,wer, wo, wann wieviel Information hat… Denn wenn Informationsasymmetrien abnehmen brauche ich potenziell weniger Koordination bzw. Marktplätze bahnen sich ihren Weg.

Nun zu meiner Struktur:

  • Die Entscheidungsvariable ist Markt versus Unternehmen
  • Die Zielfunktion sind minimale Transaktionskosten
  • Transaktionskosten unterteile ich in Suchkosten, die Kosten der Transaktion an sich und die Kosten des Marktplatzes, beziehungsweise des Unternehmens.
  • Und zusätzlich sehe ich mir die verschiedenen Stufen einer Wertschöpfungskette an: Beschaffungsseite, Produktion, Vertrieb

Schaut man sich das ganze etwas detaillierter an, dann sieht man das eine multisided Plattform (ein Marktplatz…) dann gute Chancen hat, wenn

  • des gehandelte gut nicht physisch ist,
  • die Anbieterseite auch gute Information über den Kunden hat bzw. haben kann
  • alle ähnliche Informationen über die Qualität des gehandelten Gutes haben können
  • und last not least eine positive Erwartung aus der Anbieterseite vorhanden ist, dass weitere Anbieter auch auf dem Marktplatz anbieten werden

Damit zurück zur Ausgangsfrage – Welche Unternehmen oder Branchen sind wie stark in Disruptionsgefahr durch Marktplätze?

Ich denke, am gefährdetsten sind

  • reife Branchen,
  • die lange Phasen der Stabilität hatten und
  • in denen Digitalisierung das Produkt bzw. die Produktion deutlich verändert

Für weiteres “have also a look” auf meinen LinkedIn Beitrag “Where is fertile ground for multisided platforms. Or will YOU be disrupted?”!

2016-11-07T08:15:15+00:00

About the Author:

Peter Veil
Peter Veil ist postheroischer und verantwortungsvoller Mensch und Manager mit viel Neugier, digitalen Kompetenzen, und starker Mustererkennung. Langjährige Managementerfahrung in Telco, Automotive und Internet Industrie. Lehrtätigkeiten an verschiedenen Hochschulen.

One Comment

  1. Patrick Halek
    Patrick Halek November 7, 2016 at 18:07 - Reply

    Genau hier schließt sich der Kreis zwischen Kooperation einerseits und Wettbewerb andererseits. Ein perfektes Beispiel für „Coopetition“. Viele Unternehmen scheuen sich davor. Dadurch entstehen Lücken in den sich wandelnden Wertschöpfungsketten. Genau in diese Lücken dringen andere, neue Anbieter vor. Das liegt oft daran, dass etablierte Anbieter trotz neuer Bedingungen ihre Perspektive nicht erweitern. Neue Anbieter schon. Einerseits versäumtes und andererseits gelebtes Opportunity -Management. – Patrick Halek –

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