man in white dress shirtDer Begriff der KATA entstammt dem Lean Management bzw. dem Toyota Production System. Eine KATA kann dabei zwei Dinge beschreiben:

  • eine Art Muster oder eine Art Schrittfolge im Sinne einer Art und Weise, etwas zu tun
  • eine kurze, systematische Übungsroutine, um kompliziertere Schrittfolgen in kleinen Schritten zu lernen und und so die Fähigkeit aufzubauen, durch die Kombination verschiedener Abschnitte das gesamte Muster zu beherrschen.

Klingt zunächst äußerst abstrakt, ist es aber in der Praxis eigentlich nicht. Toyota hat auf diesem System seine kompletten Lern- und Entwicklungsprozesse aufgebaut. Hierbei geht es darum, Methoden und Handlungsweise in kleine Schritte aufzuspalten, die einfacher gelernt werden können als komplizierte Dinge. In der Produktion werden so zunächst einzelne Handgriffe gelernt, bevor dann ein umfangreicherer Prozess aus diesen zusammengesetzt trainiert wird. Diese Idee lässt sich auf die asiatische Kampfkunst zurückführen, in der nicht komplette Kämpfe, sondern vor allem einzelne Bewegungen immer und immer wieder geübt werden, bis sie ohne nachdenken in Perfektion ausgeübt werden können. So werden auch Muskelgedächtnis und Wahrnehmung aufeinander abgestimmt und trainiert.

Es geht dabei nicht darum, bereits zu Beginn die ein zelten Handgriffe oder Routinen abzuändern oder zu verbessern, sondern diese zunächst perfekt so auszuführen, wie sie sind. Erst dann geht es darum, ggf. zu improvisieren und diese zu verbessern.

Unter der sogenannten Toyota Kata wird Toyota’s System der Umsetzung dieses Prinzips verstanden. Hierbei wird zwischen der zwei Kern-Kata’s unterschieden:

Improvement Kata (IK): Die Improvement Kata ist eine Art Meta-Kompetenz, die ins Form eines Vier-Schritte-Musters das wissenschaftliche Denken und Arbeiten fördert.

Coaching Kata (CK): Die Coaching Kata ist eine Art Übungsroutine, die Coaches und Führungskräften hilft, die Improvement Kata zu lehren. Es ist insofern eine Art Meta-Meta-Kompetenz. um die Improvement Kata gut einzuführen.

In jüngerer Zeit wird der Kata Ansatz auch in der Agile Community immer wieder diskutiert. In unserer Arbeit hat sich die Idee und die Anwendung vor allem in Agilen Transformationsprozessen als sehr hilfreich und praktisch erwiesen.

Weitere Verbindungen zum Thema im „Thought Bite: SHU-HA-RI“

Literatur:

Rother, M. & Aulinger, G. (2017), Toyota Kata Culture. McGraw Hill.