Research Bites: Vergangenheit und Change

Viele Change Praktiker und Berater fokussieren vor allem auf die Entwicklung eines attraktiven Zielbildes und den aktuellen Sense of Urgency, wenn es um die Gestaltung von Changeprozessen geht. Der „Change-Spannungsbogen“ scheint noch immer auch bei renommierten Beratern das Konzept der Wahl.  Mit diesem Research Bite stelle ich eine Untersuchung vor, die anregt, auch intensiver über die Geschichte und Vergangenheit als Interventionsgrundlage in Change-Projekten intensiver nachzudenken.

Quelle:

Suddaby, R./ Foster, W. (2016), History and Organizational Change, in: Journal of Management, Vol. 43 (1), 2016, pp. 19-38

Zentrale Forschungsfrage:

In vielen Change Theorien wird die Vergangenheit nur implizit berücksichtigt. Vor diesem Hintergrund untersuchen die Autoren die Frage: Wie wird die Vergangenheit in verschiedenen Change Theorien interpretiert?

Schlüsselergebnisse:

Die Theorien zu Veränderung und individuellem Umgang mit Veränderung unterscheiden sich je nachdem, welches Verständnis von Vergangenheit die jeweilige Theorie zu Grunde legt. Suddaby/ Foster unterscheiden vier unterschiedliche Kategorien:

  • Vergangenheit als Faktum (History-as-Fact): Vergangenheit wird als prägend für die Organisation wie auch für das Individuum gesehen und verhindert oder erschwert Veränderungen im Sinne des Ne