Heute gehts im Research Bite um drei Begriffe aus dem Tierreich, die aktueller den je sind: “Black Swans”, “Elephants in the room” und “Grey Rhinos”.

Back Swan:

Ein “Black Swan” ist ein unvorstellbarer, unvorhersehbarer, vollkommen unwahrscheinlicher Vorfall. Bekannt gemacht hat diesen Begriff Nassim Nicholas Taleb mit seinem Buch “Black Swan”. In diesem beschreibt er ausführlich mit seinem Finanzmarkt-Hintergrund die Besonderheiten dieser Events. Der Begriff geht auf die Idee zurück, dass in der Geschichte Schwäne immer mit der Farbe weiss in Verbindung gebracht wurden, bis dann in Australien der erste schwarze Schwan entdeckt wurde. Ein bis dahin unwahrscheinliches und undenkbares Ding. Auf “black swans” kann man sich nicht direkt in einer Form vorbereiten, die die Wahrscheinlichkeit des Eintritts reduziert oder aber die Wirkung des Vorfalls signifikant abschwächt.

Elephant in the room:

Wer kennt ihn nicht, den Elefanten im Raum. Er beschreibt ein offensichtliches Problem, das zwar im Raum steht und von allen gesehen, aber nicht angesprochen wird. Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein:

  • Soziale Tabus: Aspekte, die soziale Tabus sind, wie Rasse, Religion, psychische Krankheit (Homo-)Sexualität. Diese können je nach Kultur unterschiedlich stark ausgeprägt sein.
  • Dinge, die Uneinigkeit hervorrufen: Gruppen und Teams, die Harmonie suchen und daher bestimmte Aspekte nicht ansprechen, bei denen sie fürchten, dass sie eine Disharmonie hervorrufen könnten und die Stimmung in der Gruppe verschlechtern.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Aussage Wittgensteins vom “Rhinozeros im Raum” als ein Beispiel um die Unmöglichkeit zu zeigen, negative existenzielle Aussagen zu beweisen. (McDonald, 1993)

Grey Rhino:

Ein “Grey Rhino” ist eine hoch wahrscheinliche Bedrohung mit einer hohen Auswirkung, der jedoch bisher nicht prozessiert wurde. Sie sind nicht unbekannt und erscheinen nicht plötzlich als zufällige Überraschungen, sondern finden nach einer Reihe wahrnehmbarer Vorwarnungen und offensichtlicher Vorboten statt. Der Begriff entstammt dem gleichnamigen Buch von Michele Wucker. Spannend in den Untersuchungen von Wucker ist die Frage, warum diese sehr offensichtlichen Risiken ignoriert werden. Hierbei führt sie u.a. folgende Effekte auf:

  • Kulturelle/ gesellschaftliche: Haben Menschen das Gefühl, dass sie bei einem Fall wieder aufgefangen werden, erhöht dies das Risiko, dass Risiken und deren Auswirkungen schwächer bewertet werden.
  • Negative Gefühle: Menschen versuchen unangenehme Gefühle zu vermeiden. Da “Grey Rhinos” eher negative Gefühle auslösen, wenn sie “weggedrückt” und die Tendenz, sich nicht mit ihnen zu beschäftigen und sie zu ignorieren.

Viele Vorfälle werden lt. Wucker fälschlicherweise als Black Swans klassifiziert, obwohl sehr viele Anzeichen im Vorfeld auf eine mögliche Krise und das Risiko hingewiesen haben.

Eingeführt hat Wucker den Begriff vermutlich hier:

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Auch sehenswert ist ihr TED Talk hier:

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Auf ihrem Blog beschreibt sie ferner (sehr lesenswert), die Highlights der Grey Rhinos von 2019 und auch der vorigen Jahre aus ihrer Sicht.

Quellen:

Taleb, N. N. (2007). The black swan: The impact of the highly improbable. Random house.

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Wucker, M. (2016). The gray rhino: How to recognize and act on the obvious dangers we ignore. Macmillan.

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Wikipedia, Elephant in the room, https://en.wikipedia.org/wiki/Elephant_in_the_room, received: 2.1.2020

McDonald, J. (1993), Russel, Wittgenstein, and the problem of the rhinoceros, in: The Southern Journal of Philosophy, 1993, Vol. XXXI, No. 4, p. 409-424.