Pattern Language mack consulting xm-instituteIn zunehmender Komplexität wird es für Führungskräfte und Mitarbeiter gefühlt immer schwieriger, mit Situationen entsprechend umzugehen. Komplexe Situationen sind u.a. dadurch gekennzeichnet, dass keine linearen Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge mehr hergestellt werden können und somit Best Practices nicht mehr funktionieren. Dies ist insbesondere in sogenannten Bereichen mit nicht deterministischen Aufgaben der Fall, Bereiche, in denen aufgrund der Aufgabe keine klaren detaillierten Prozesse definiert und eingehalten werden können, wie z.B. Forschung & Entwicklung, Medizin, Programmierung, etc. Hier können nur auf sehr abstrakter Ebene Vorgehensprozesse festgelegt werden, die dann durch die Erfahrung der Mitarbeiter mit Leben gefüllt werden müssen.

Gerade in diesen Bereichen ist Wissensmanagement von besonderer Bedeutung. In den letzten Jahren als Schlagwort außerordentlich gehyped, aber doch seit einiger Zeit mit einer ernüchternden Bilanz auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt, ist die Steuerung von Wissen auf der Organisationsebene über das Individuum hinaus einer der Schlüsselbereiche in wissensintensiven Branchen.

Schwierigkeiten macht das sogenannte „tacit knowledge“, welches schwer zu greifen und in der Regel durch „abschauen“ und „anwenden“ als Erfahrungswissen erlernt und übertragen wird. Dennoch haben Organisationen ein Interesse daran, auch in diesem Bereich eher formalere Prozesse zur Sicherung und Übertragung dieses Wissens aufzusetzen.

Ein spannendes Tool hierzu, das wir in diesen Feldern erfolgreich einsetzen sind sogenannte Pattern Languages. Die Idee der Patterns wurde in den 1960er und 70er Jahren von Christopher Alexander im Bereich der Architektur entwickelt. Er versuchte zu ergründen und darzustellen, was gute lebendige Architektur ausmacht. Hierzu beschrieb er auf den Ebenen Stadt, Nachbarschaft und Eigenheim verschiedenste Muster, sogenannte Patterns guter Architektur, die er in der Praxis immer wiederkehrend beobachten konnte. In einem bestimmten Verfahren dokumentiert helfen sie, bei Problemen in bestimmten Kontexten pragmatische Lösungen zu finden, ohne zu sehr einzuengen und auf strikte mechanistische lineare „Wenn-Dann-Beziehungen“ zu verzichten und in einer Pattern Sequence oder Pattern Language zu dokumentieren.

In den Folgejahren wurde die Idee der Patterns vor allem in der Informatik aufgegriffen und hier für die Software- und Systementwicklung weiterentwickelt und eingesetzt. Sie lässt sich aber auf viele andere Bereiche und Anwendungsfelder erfolgreich übertragen, die eher einen nichtdeterministischen Charakter besitzen, wie z.B. Business Modelling, Marketing, Change Management, Strategie, … Der Nutzen ist durch eine hohe Effizienz, einer Wiederverwendbarkeit von Wissen und einer Transparentmachung von Zusammenhängen sichtbar und hilft Unternehmen so, mit zunehmender wahrgenommener Komplexität in einer adäquaten Weise umgehen zu können. Patterns stellen damit ein Tool dar, mit dem Komplexität zwar nicht reduziert werden kann, aber sich sicherer und besser im Umfend von Komplexität bewegt werden kann.