macha-macha (2): Achtsame Sinnwirtschaft

macha-macha (2): Achtsame Sinnwirtschaft

logo macha-macha

Im ersten Beitrag dieser Serie hatte ich von macha-macha berichtet, dem japanischen Teehaus Startup in Berlin. Heute geht es mit ein wenig Verzögerung um einige Hintergründe zum Konzept, die die Philosophie rund um macha-macha beschreiben.

Mit macha-macha werden Ideen einer „achtsamen Sinnwirtschaft“ als Alternative zur etablierten, Profit und materiellen Unternehmenswert maximierenden Marktwirtschaft umgesetzt. Dabei werden folgende Kernelemente berücksichtigt:

  • Sinnmaximierung für alle beteiligten Gruppen als Unternehmenszweck – Der Sinn von macha-macha für die Gäste ist es, den Menschen einen Ort des Teegenusses, der aktiven und stillen Entspannung und auch der Entdeckung der meditativen und spirituellen Komponente des Tees zu bieten. Für die Mitarbeiter liegt der Sinn darin, die Möglichkeit einer motivierenden und erfüllenden Tätigkeit zu erhalten, in der sie sich entfalten können und die daneben auch noch den finanziellen Lebensunterhalt unterstützt oder sogar sichert. Die Lieferanten werden in macha-macha einen zuverlässigen und mitdenkenden Kunden haben, der großen Wert auf gute und langfristige Geschäftsbeziehungen legt. Die Unternehmer oder Gesellschafter können mit macha-macha ihre Ideen verwirklichen und ihren Leidenschaften nachgehen.
  • Mitarbeit an einer positiven Veränderung und Entwicklung unserer Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft – macha-macha strebt in allen Aktivitäten danach, die Welt ein wenig besser zu machen. Konkret heißt das, es werden konsequent Lebensmittel in Bioqualität verwendet, in eine gute und faire Arbeitsatmosphäre wird investiert und mit gesunden Getränken und der Schaffung eines Raumes der Stille wird etwas für die physische und seelische Balance der Gäste getan.
  • Verteilung des Gewinnes an beteiligte Gruppen – nach Rückzahlung des Fremdkapitals und Aufbau eines Sicherheitspuffers werden die Gewinne, die nicht in sinnvolles Wachstum investiert sondern ausgeschüttet werden, an die am Unternehmenserfolg beteiligten Gruppen verteilt: Gäste, Mitarbeiter, Lieferanten und Unternehmer/Gesellschafter.
  • Vollkommene Transparenz – macha-macha versteht sich als vollkommen transparentes Unternehmen. Das heißt, alle Informationen werden allen Beteiligten zu jeder Zeit zur Verfügung stehen. Konkret können sich Gäste z.B. über die Preiskalkulation, Umsätze oder auch Gewinne informieren. Die Mitarbeiter haben Einsicht in alle Gehälter oder z.B. auch die finanzielle Situation des Unternehmens. Lieferanten können Einblick in die Liquidität nehmen. Es gibt keine Geheimnisse oder Informationsprivilegien.
  • Achtsamkeit in Sein, Denken und Handeln – Achtsamkeit ist einer der Leitwerte für macha-macha. Es wird versucht, in allen Bereichen der Produktionskette – von der Gestaltung der Teestube, über die Beschaffung der „Rohstoffe“, die Organisation der Arbeitsprozesse bis zum Umgang mit den Gästen achtsam zu sein, zu denken und zu handeln.
  • Werte – Achtsamkeit, Wahrheit, z.B. in der Mitarbeiter- und Kundenkommunikation, Freiheit, die sich z.B. im bewussten Verzicht auf Kundenbindungsinstrumente manifestiert, Schönheit der Produkte und des Ambientes, um allen Sinnen einen Genuss zu verschaffen und Liebe, die sich z.B. in der Liebe zum Detail, Liebe zur eigenen Tätigkeit und im Umgang mit Gästen und Kollegen zeigt.

Diese Grundsätze von macha-macha verstehen sich als starke Leitlinie für das Startup-Unternehmen, bilden aber auch eine größere Philosophie ab, die auf viele andere Unternehmen übertragen werden kann. Es lohnt sich ein wenig darüber nachzudenken.

Weitere Infos zu macha-macha gibts auf Facebook.

2016-11-04T17:21:25+00:00

About the Author:

Oliver Mack
Dr. Oliver Mack ist Berater, Speaker, Entrepreneur und Forscher im Bereich moderner innovativer Managementmethoden und -konzepte. Er beschäftigt sich vorrangig mit Themen wie Projektorientiertes Unternehmen, Organisationsdesign, Change-Management und Komplexität. Er ist Dozent an verschiedenen internationalen Hochschulen und Autor zahlreicher Fachartikel und Gründer des xm:institutes.

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