macha-macha (1) – Entrepreneurship und Japanische Teekultur in Berlin

macha-macha (1) – Entrepreneurship und Japanische Teekultur in Berlin

logo macha-machaLetzte Woche hatte ich die Gelegenheit einen Entrepreneur und alten Freund Erik Spickschen in Berlin zu besuchen. Nachdem er bereits zwei Unternehmen erfolgreich gegründet hatte und sich aus dem operativen Geschäft des letzten Unternehmens vor zwei Jahren zurückgezogen und dann erst einmal eine Tour durch Japan geplant hatte, war ich nun gespannt auf die Neuigkeiten. wir hatten uns lange nicht gesprochen und gesehen… In Berlin lernte ich nun die neue Idee kennen: macha-macha – schon in der beta Phase… Ein modernes japanisches Teehauskonzept, das vom grundsätzlichen Denkansatz weit über ein einfaches Gastrokonzept hinausgeht. Doch dazu später im 2. Teil mehr…

Meine erste Frage war: “Warum grüner Tee?”

Grüner Tee

Für Erik war das, neben seiner Liebe zu Japan eigentlich ziemlich klar…

Teeplantage - (c) E. Spickschen

Teeplantage – (c) E. Spickschen

Die Ursprünge des Tees liegen in China und gehen annähernd 5.000 Jahre zurück. Die Teepflanze Camellia Sinensis, aus der auch die zweite heute populäre Teepflanze Camellia Assamica hervorgegangen ist, stammt ursprünglich aus der chinesischen Provinz Yunnan. Aus der gleichen Pflanze wird Grüner und Schwarzer Tee gemacht – der entscheidende Unterschied liegt im Verarbeitungsprozess. So wird der Schwarze Tee fermentiert, wodurch die charakteristischen, dunkelrot-/ braun-färbenden Stoffe entstehen. Leider zerstört die Fermentation auch die meisten Heilsubstanzen, die im Grünen Tee nahezu komplett erhalten bleiben.
Es gibt den Grünen Tee in sehr unterschiedlichen Qualitätsstufen, bei denen die Auswahl der Blätter, die Erntezeit, Verarbeitungsprozesse etc. eine Rolle spielen. Auch gibt es einige Varianten – z. B. den durch Rösten weitestgehend entkoffeinierten Houjicha – wie auch den ganz besonderen Matcha Tee, der aus pulverisierten Blättern der höchsten Qualitätsstufe zubereitet und bei der traditionellen Teezeremonie verwendet wird.
Grüner Tee galt ursprünglich als Heilmittel und wurde erst später zu einem festen Element zen-buddhistischer Zeremonien, Teil der japanischen Kultur und schließlich weitverbreitetes Genussmittel. Die positiven gesundheitlichen Effekte des Grünen Tees sind sehr vielseitig. So wirkt er als Freie-Radikalen-Fänger und beugt Krebserkrankungen vor, er enthält eine Vielzahl an Vitaminen und Spurenelementen und hat durch das an Gerbstoffe gebundene und somit vom Organismus nur langsam aufgenommene Koffein einen ausgewogenen, belebenden und konzentrationsfördernden Effekt.

Ok. Meine nächste Frage bezog sich eher auf das Businesskonzept:

“Und was machst Du nun mit dem grünen Tee?”

Mission und Marke macha-macha

macha-macha ist ein modernes japanisches Teehauskonzept. Es möchte den Menschen in der Verbindung von gesunden Grüntee-Getränken – wie alle angebotenen Lebensmittel in Bioqualität –, leichten, vegetarischen Speisen und einem harmonischen Ambiente einen Ruhepunkt, eine Oase der sinnlichen und körperlichen Erholung bieten, in der man sich mit Körper, Geist und Seele regenerieren kann. Zen-inspirierte Elemente in der Gestaltung (z. B. ein japanischer Garten) und in den Angeboten (z. B. Teezeremonie und Tee-Meditation) integrieren einen spirituellen Aspekt.

Aha, und was heisst “macha-macha”?

Macha - (c) E.Spickschen xm-institute

macha – (c) E. Spickschen

Der Name macha-macha hat einerseits mit Matcha, dem pulverisierten Grüntee der Teezeremonie, zu tun, der aufgrund seiner leuchtend grünen Farbe, seines vollen, herben Geschmackes und auch seiner für die Gesundheit besonders positiven Eigenschaften eine Sonderstellung innerhalb der Grünen Tee Sorten einnimmt. Andererseits kann „ma“ auch für das Schriftzeichen 真 stehen, das so viel wie wahr, pur, rein oder echt bedeutet. „macha“ geschrieben als „真茶“ hieße somit „wahrer Tee“ oder „reiner Tee“.

macha-macha steht für Freude, Lebendigkeit, Qualität, faires Preis-Leistungsverhältnis, biologischer Anbau, Transparenz, aber auch Kontemplation, Spiritualität und Stille. Gäste werden als Freunde angesehen; es geht darum, jedem Gast individuell ein optimales Erlebnis zu verschaffen. Und dann ist macha-macha auch ein Experiment, Wirtschaft einmal anders zu denken und zu leben. Es geht nicht um die Maximierung von Profit oder materiellen Werten. Sinn soll maximiert werden, Achtsamkeit soll in einem Wirtschaftsunternehmen gelebt werden. Alle am Erfolg von macha-macha beteiligte Gruppen – also Kunden, Mitarbeiter, Lieferanten und Gesellschafter – werden kooperativ und freundschaftlich miteinander umgehen und gemeinsam die Idee und Philosophie von macha-macha weiterentwickeln.

Sehr spannend. Doch zunächst lernte ich erst einmal verschiedenste Sorten grünen Tees kennen: Leicht, kräftig, geräuchert… Alle frisch zubereitet und wie in einer Art kleinen Teezeremonie gereicht…

Das macha-macha befindet sich in Berlin Kreuzberg in der Hasenheide und ist derzeit in der “beta”-Phase: Ganz “lean startup” ist zwar bereits geöffnet, aber zunächst einmal um die ersten Ideen zu erproben, die ersten Gäste zu empfangen und die Prozesse zu optimieren. Wer in Berlin ist, sollte mal vorbei schauen…

Weitere Infos zum Thema “Achtsame Sinnwirtschaft” gibts im 2. Teil des Beitrags in ein paar Tagen.

Weitere Infos zu macha-macha gibts auf Facebook.

2016-11-04T17:21:26+00:00

About the Author:

Oliver Mack
Dr. Oliver Mack ist Berater, Speaker, Entrepreneur und Forscher im Bereich moderner innovativer Managementmethoden und -konzepte. Er beschäftigt sich vorrangig mit Themen wie Projektorientiertes Unternehmen, Organisationsdesign, Change-Management und Komplexität. Er ist Dozent an verschiedenen internationalen Hochschulen und Autor zahlreicher Fachartikel und Gründer des xm:institutes.

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